Luftreiniger Pflanzen – Natürlich saubere Luft

Rund 90% unseres Lebens verbringen wir in geschlossenen Räumen. Jedoch ist die Luftqualität in unseren Häusern, Wohnungen und Büros oft alles andere als gut und meist deutlich höher belastet als im Freien. Ausdünstungen aus Baumaterialien, Teppichen, Tapeten, Farben und Wohntextilien, aber auch Zigarettenrauch und Autoabgase, die von außen eindringen, können dabei zu einer Belastung der Luft mit Chemikalien wie Trichlorethylen, Formaldehyd oder Benzol führen.

Frau sitzt zu Hause entspannt mir Pflanze im Vordergrund

Zimmerpflanzen gelten als natürliche Luftreiniger und können bestimmte Schadstoffe aus unserer Raumluft absorbieren – leider jedoch nicht alle. So können Pflanzen zwar gegen viele der genannten Chemikalien helfen, jedoch richten sie beispielsweise gegen Schimmelsporen oder den gefährlichen Feinstaub und Ruß aus Autoabgasen nichts aus. Wer insgesamt möglichst viele belastende Schadstoffe aus der Raumluft entfernen möchte, sollte daher besser über eine Kombination aus Pflanzen und einem Luftreiniger nachdenken.

Die NASA Clean Air Study

In einer Forschungsreihe der NASA wurde in der „NASA Clean Air Study“ untersucht (hier im Detail ansehen), welche Pflanzen eine luftreinigende Wirkung haben. Ursprünglich diente die Untersuchung dazu, wie die Luft am besten in Raumstationen gereinigt werden könne. Eine Reihe von Pflanzen eignet sich demnach besonders gut für die Produktion von Sauerstoff und der Beseitigung von Kohlenstoffdioxid. NASA-Forscher empfehlen für eine optimale Luftreinigungswirkung mindestens 1 Pflanze pro neun Quadratmeter aufzustellen. Die meisten dieser Pflanzen stammen aus tropischen oder subtropischen Regionen, kommen jedoch auch mit wenig Sonnenlicht und einem Standort im Haus gut zurecht.

Top-10 Pflanzen zur natürlichen Luftreinigung

Diese Tabelle zeigt die 10 besten Pflanzenarten, die gleichzeitig möglichst viele Schadstoffe aus der Luft entfernen. Doch Vorsicht! Bis auf die Grünlilie sind alle diese Pflanzen jeweils für Katzen, Hunde, oder Pferde giftig und sollten bei Haustierbesitzern besser nicht aufgestellt werden.


Pflanze, entfernt hauptsächlich

Benzol

Formal-
dehyd

Trichlorethen

Xylole und
Toluol

Ammoniak

Giftig oder essbar
Efeu
(Hedera helix)
Ja

Ja
Nein
Ja
Nein
Giftig für Katzen
Blattfahne (Spathiphyllum)
Ja

Ja
Ja
Ja
Ja
Giftig für Katzen und Hunde
Bogenhanf (Sansevieria)
Ja

Ja
Ja
Ja
Nein
Giftig für Katzen und Hunde
Birkenfeige (Ficus benjamina)
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Giftig für Hunde, Katzen, Pferde
Gerandeter Drachenbaum
(Dracaena reflexa)
Ja

Ja
Ja
Ja
Nein
Giftig für Katzen und Hunde
Gerandeter Drachenbaum (Dracaena marginata)
Ja

Ja
Ja
Ja
Nein
Giftig für Katzen und Hunde
Chrysanthemen (Chrysanthemum morifolium)
Ja

Ja
Ja
Ja
Ja
Giftig für Kunde, Katzen, Pferde
Grünlilie (Chlorophytum elatum)
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Efeutute (Scindapsus aureus)
Ja

Ja
Ja
Ja
Nein
Giftig für Kinder und Haustiere
Baumfreund (Philodendron)
Nein

Ja
Nein
Nein
Nein
Giftig für Katzen

Die Top 10 Zimmerpflanzen-Charts für reine Luft

Efeu (Hedera helix): Der Efeu ist auch in Deutschland heimisch, kommt jedoch ursprünglich aus den Tropenwäldern. Eigentlich ist er giftig, wird jedoch in geringen Dosen als Arzneipflanze in der Medizin eingesetzt und war im Jahr 2010 die Arzneipflanze des Jahres.

Blattfahne (Spathiphyllum): Die Blattfahne wird auch Friedenslilie, Einblatt oder Scheidenblatt genannt. Diese blütenreiche Pflanze kommt aus den Tropen, gilt als giftig und kann mitunter schwere Allergien auslösen. Empfindliche Menschen sollten von dieser Pflanze eher Abstand nehmen.

Bogenhanf (Sansevieria): Der Bogenhanf wird auch Schwiegermutterzunge oder Sansevieria genannt. Er ist sehr pflegeleicht und recht anspruchslos und daher bei uns als Zimmerpflanze immer gerne genommen. Der Bogenhanf hat sehr dekorative, eher schmale und lange Blätter, die meist nach oben wachsen.

Birkenfeige (Ficus benjamina): Auch die Birkenfeige ist bei uns eine beliebte Zimmerpflanze und eine relativ kleinblättrige Feigenart. Das Maulbeergewächs kann bis zu 8 Meter hoch werden. Bei Latexallergikern kann die Pflanze allerdings allergische Reaktionen auslösen. Ficus-Gewächse sind leicht giftig, daher sollten sie vor allem von Kindern und auch von Haustieren fern gehalten werden.

Drachenbäume (Dracaena reflexa und Dracaena marginata): Bis zu 150 verschiedene Arten gibt es von ihm weltweit. Drachenbäume gehören zur Gattung der Spargelgewächse und zählen bei uns zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Sie brauchen wenig Licht und Wasser und sind daher äußerst pflegeleichte Zimmergenossen.

Chrysanthemen (Chrysanthemum morifolium): Chrysanthemen gehören zu den Korbblütlern und es gibt über vierzig Arten dieser Blume. Sie ist hauptsächlich in Ostasien verbreitet und auch bei uns eine sehr bedeutende Zierpflanze.

Grünlilie (Chlorophytum elatum): Die recht anspruchslose und robuste Grünlilie ist ursprünglich in Südafrika beheimatet. Es gibt sie bei uns mit grünen, grün-gelben oder grün-weißen Blättern und kann eine Wuchshöhe von bis zu 60 cm erreichen. Diese Pflanze kann besonders gut die Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen senken und wird gerne zur Luftverbesserung in Niedrigenergiehäusern empfohlen.

Efeutute (Scindapsus aureus): Die Efeutute wird auch gerne Pothos oder Monstera genannt. Sie steht lieber in warmen Räumen und gedeiht auch an schattigen Plätzen. Es gibt sie in grüner, weißer oder gelber Blattfärbung.

Baumfreund (Philodendron): Im tropischen Südamerika kann der Baumfreund bis zu sechs Meter hoch wachsen. Die hübsche Kletterpflanze wächst schnell und bevorzugt ganzjährig einen warmen und hellen Standort ohne direktes Sonnenlicht. Es gibt ihn in verschiedenen Sorten, z.B. kletternd, aufrecht wachsend oder kriechend.

Luftqualität durch Pflanzen steigern

Einige Pflanzen verbessern unsere Luftqualität, sind jedoch für Haustiere giftig, wie die obere Top 10-Tabelle zeigt. Die nachfolgenden Gewächse gehören nicht zu den Top 10 Pflanzen, haben also teilweise nicht so eine gute Reinigungswirkung wie die Pflanzen der Top 10 Tabelle, sind jedoch für Haustiere ungiftig und können daher alternativ bedenkenlos aufgestellt werden.

Viele Pflanzen aus der Top 10-Tabelle können die meisten Schadstoffe aus unserer Raumluft gut filtern (Benzol, Formaldehyd, Trichlorethen, Xylole, Toluol und teilweise auch Ammoniak). So z.B. die Blattfahne, der Bogenhanf oder die Chrysantheme. Da mit diesen Pflanzen also möglichst viele Schadstoffe gleichzeitig beseitigt werden können, wäre es vorteilhaft, diese zu wählen. Da sie jedoch für Katzen und/oder Hunde giftig sind, sollten Sie die Pflanze entweder nur dort aufstellen, wo Ihr Tier keinen Zugriff auf diese Gewächse hat oder Sie wählen lieber eine der nachfolgend genannten Alternativen. Wenn Sie gar kein Haustier besitzen, dann können Sie nach Herzenslust die besten Pflanzen zur Zimmerreinigung aus der Top 10 Tabelle auswählen.


Pflanze, entfernt hauptsächlich:

Benzol

Formal-
dehyd

Trichlorethen

Xylole und
Toluol

Ammoniak

Giftig oder essbar
Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii)
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Goldfruchtpalme (Dypsis lutescens)
Nein

Nein
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Nephrolepis exaltata (Nephrolepis exaltata 'Bostoniensis')
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Nephrolepis obliterata
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Nephrolepis obliterata
(Nephrolepis obliterata)
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen
Liriope spicata (Liriope spicata)
Nein

Ja
Nein
Ja
Ja
Ungiftig für Katzen
Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Nein

Ja
Nein
Ja
Nein
Ungiftig für Katzen

Vorsicht vor Schimmelbildung

Eine Vielzahl an Zimmerpflanzen kann zur Luftreinigung dienen, sie können jedoch nicht alle Schadstoffe aus der Raumluft filtern. Darüber hinaus können Pflanzen bei falscher Behandlung oder Pflege Schimmel bilden. Denn die Blumenerde ist nicht steril und bietet daher der Bildung und Ausbreitung von Schimmel eine optimale Grundlage. Stehen Pflanzentöpfe beispielsweise unter Dauernässe, kann sich mit der Zeit in der Erde Schimmel bilden, der sich als weißer, pelziger Belag an der Oberfläche sichtbar macht und auf Dauer gesundheitsschädlich ist.

Pflanzen im Zimmer können die Luftfeuchtigkeit steigern

Auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu ungesunder Schimmelbildung führen. Wenn viele Pflanzen in einem Raum stehen, kann die Feuchtigkeit durch das regelmäßige Gießen der Pflanzen die Luftfeuchtigkeit stark erhöhen. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Räume irgendwann überfeuchten und eine gute Grundlage für Schimmelbildung bieten. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Luftfeuchtigkeit auf Dauer nicht zu hoch wird. Durch regelmäßiges Lüften sollte die feuchte Luft ständig aus den Räumen gebracht werden, damit sich erst gar kein Schimmel ansetzen kann.

Wenn Zimmerpflanzen schimmeln

Der Ursache von Schimmelbildung sollte grundsätzlich immer möglichst schnell auf den Grund gegangen werden, denn er kann insbesondere bei empfindlichen Menschen und Kindern Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen. Wenn Schimmelsporen sich in der Raumluft ausbreiten und vermehren, werden sie über die Schleimhäute aufgenommen und können auf Dauer krank machen. Daher sollten Sie gut auf mögliche Schimmelbildung bei Ihren Pflanzen achten, und diesen schnell beseitigen, damit die Luftreinigung durch Pflanzen nicht etwa kontraproduktiv wirkt.

Wie kann man Schimmel bei Zimmerpflanzen vermeiden?

Um die Bildung von Schimmel in Zimmerpflanzen zu verhindern, sollte die Blumenerde nicht ständig im Dauernässezustand sein und zwischendurch immer wieder trocknen. Auch die Erdoberfläche sollte regelmäßig immer mal aufgelockert werden, z.B. durch das Hinzugeben von Mineraldekor, Sand oder Blähton. Hat sich bereits Schimmel gebildet, ist ein Umtopfen der Pflanze mit neuer Erde zu empfehlen. Auch weiße Kalkablagerungen durch das Gießwasser können sich im Laufe der Zeit im Blumentopf absetzen, die einer Schimmelbildung auf den ersten Blick ähneln können. Kann der Schimmel trotz guter und achtsamer Pflege der Pflanze nicht beseitigt werden, sollte sie am besten ganz entfernt werden.

Für Allergiker nicht zu empfehlen

Bestimmte Zimmerpflanzen zur Luftreinigung können manchen Allergikern durchaus helfen, da sie verschiedene allergieauslösende und giftige Partikel in den Räumen absorbieren. Insbesondere Stauballergiker oder Asthmatiker können hier profitieren, da Pflanzen die Raumluft mit Feuchtigkeit anreichern und somit die Schleimhäute der Atemwege gut befeuchten.

Gerade im Winter, wenn die Heizung läuft, wird zusätzlich Staub aufgewirbelt und im gesamten Wohnraum verteilt, was für Stauballergiker nicht wünschenswert ist. Pflanzen wie beispielsweise der Efeu, die Grünlilie oder der Philodendron können hier für eine ausgeglichene Luftfeuchtigkeit sorgen. Allerdings sollten Pflanzen mit großen Blättern dann regelmäßig unter der Dusche abgespült werden, um den angesetzten Staub zu entfernen.

Es gibt aber auch Pflanzenarten, die für Allergiker eher nicht geeignet sind. So sind für viele Pollenallergiker oder Duftstoffallergiker grundsätzlich keine blühenden Gewächse zu empfehlen, wie beispielsweise Tulpen, Chrysanthemen, die Birkenfeige und der Gummibaum. Sie gelten als extrem allergen und verteilen ihre Pollen nach und nach in der Raumluft, was dann als Folge die Allergie noch verstärken kann.

Fazit zum Thema Pflanzen als natürliche Luftreiniger

Einige Pflanzenarten unterstützen die Reinigung unserer oft belasteten Atemluft und das auf kostengünstige Art und Weise. Sie verbessern die Luftqualität, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und filtern bestimmte Schadstoffe und Chemikalien aus. Jedoch wirken Pflanzen nicht gegen alle Belastungen in unserer Raumluft und bestimmte Pflanzen können bei Allergikern sogar kontraproduktiv wirken. Wer also beispielsweise unter einer Pollenallergie oder Heuschnupfen leidet, sollte besser auf einen Luftreiniger zurückgreifen, dieser hat ein deutlich umfangreicheres Filterspektrum und kann viele Belastungen um bis zu 99,9% ausfiltern.