So funktionieren Luftreiniger

Der Begriff Luftreiniger umfasst all jene Geräte, welche die Raumluft von diversen Belastungen wie Schadstoffen, Staubpartikeln, unangenehmen Gerüchen und Gasen befreien oder erheblich reduzieren.

Dyson Luftreiniger im Wohnzimmer

Man unterscheidet hierbei drei unterschiedliche Arten, die sich zunächst sowohl im technischen Aufbau als auch in ihrer Funktion und Arbeitsweise unterscheiden. Es gibt jedoch auch „Mischformen“, welche dann teilweise Elemente aus anderen Geräten enthalten. Folgende drei Geräte sind zu unterscheiden:

  1. Luftreiniger – arbeiten mit einem Filtersystem
  2. Lüftwäscher – arbeiten mit der Reinigung durch Wasser
  3. Ionisatoren

Luftreiniger mit Filtersystem

Luftreiniger arbeiten mittels eines Filtersystems, welches meist mehrstufig aufgebaut ist. Mehrere unterschiedliche Filterarten erfüllen einen bestimmten Zweck und filtern dabei verschiedene Schadstoffe aus der Raumluft. Um die belastete Luft von möglichst vielen unterschiedlichen Schadstoffen zu reinigen, sollte der Luftreiniger immer über ein mehrstufiges Filtersystem verfügen.
Der Luftreiniger saugt die Raumluft zunächst durch einen Ventilator an und leitet sie ins Innere des Gerätes. In einem Vorfilter wird dann die Luft zunächst grob gefiltert, danach erfolgt im sogenannten HEPA-Filter die Feinfilterung der Luft. Auch Gerüche oder Bakterien können dann mit weiteren Filterarten beseitigt werden. Hat die Luft alle Filter passiert, wird sie gereinigt durch einen Auslass wieder in den Innenraum abgegeben. Je nach Geratetyp sind ein oder meherere der unten aufgeführten Filterarten verbaut.

Luftreiniger können unsere Raumluft von folgenden Schadstoffen befreien:

  • Bakterien
  • Feinstaub
  • Grobstaub
  • Milbenkot
  • Pollen
  • Tierhaare
  • Rußpartikel
  • Rauchpartikel
  • Schimmelsporen
  • Viren

Vorfilter

Die Luft trifft zunächst auf den gitterartigen Vorfilter, welcher gröbere Verunreinigungen (Tierhaare und größere Staubpartikel) wie ein Sieb abfängt. So gewährleistet der Vorfilter, dass die nachfolgenden empfindlicheren Filter nicht verstopfen. Dieser Filter ist meist ein Dauerfilter, der nicht gewechselt werden muss. Da sich jedoch mit der Zeit immer mehr Schmutz im Vorfilter ansammelt, muss er regelmäßig abgesaugt oder ausgewaschen werden. Dieser Filter verlängert zudem die Lebensdauer des HEPA-Filters. Bei manchen Geräten wird der Vorfilter auch noch durch einen Mittelfilter ergänzt.

Luftreiniger HEPA-Filter

Der HEPA-Filter ist ein hocheffizienter Partikelfilter und kommt in nahezu allen Geräten zum Einsatz. HEPA bedeutet „ High Efficiency Particulate Air Filter“ – also „Filter mit hoher Wirksamkeit gegen kleine Teilchen in der Luft.“ Dieser Schwebstofffilter, wie er auch genannt wird, reinigt die Luft von kleinsten und feinsten Partikeln mit bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern.
Der HEPA-Filter ist sehr engmaschig konstruiert und besteht aus Zellulose, synthetischen Fasern oder Glasfaser-Filtermatten. Mehrere hundert Schichten des Gewebes werden dabei übereinandergelegt und miteinander verbunden. Würde man dieses Geflecht ausbreiten, käme eine Filterfläche von bis zu vier Quadratmetern zutage, was den hohen Wirkungsgrad dieses Filters verdeutlicht.
Das Filterspektrum des HEPA-Filters ist breit und weitreichend. Er beseitigt bis zu 99,9 % aller Partikel bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometern, darunter Feinstaub, Hausstaub, Blütenpollen, Milbenallergene, Schimmelsporen, Tierhaare, Viren, Bakterien und Partikel aus Zigarettenrauch. Der HEPA-Filter ist kein Dauerfilter und muss alle sechs bis zwölf Monate gewechselt werden.

Aktivkohlefilter

Aktivkohle besitzt die Eigenschaft, Partikel und Gase zu absorbieren, darüber hinaus hat sie auch katalytische Fähigkeiten beim Abbau bestimmter Stoffe, wie z.B. Ozon. Gesundheitsschädliche Gase, Rauchpartikel und auch unangenehme Gerüche werden zersetzt und gebunden. Insbesondere Raucher, die den blauen Dunst aus der Wohnung entfernen möchten, sollten auf ein Gerät mit Aktivkohlefilter zurückgreifen.
Aktivkohlefilter werden übrigens aufgrund ihrer guten reinigenden Wirkung auch in Dunstabzugshauben und Gasmasken eingesetzt. Die Reinigungsleistung der Aktivkohle lässt mit der Zeit nach, daher muss auch dieser Filter regelmäßig ausgetauscht werden.

UV-Filter oder Fotokatalysator

Der Hauptbestandteil des Fotokatalysators ist eine Titandioxidbeschichtung. In Verbindung mit der Bestrahlung durch UV-Licht kommt es im Filter zu einer chemischen Reaktion, wodurch Hydroxil-Radikale bzw. OH-Radikale entstehen. Diese spalten organisches Material, da sie sehr reaktiv sind. So können Viren bis zu 99% und Schimmel sogar bis zu 100% neutralisiert werden. Der fotokatalytische Filter ist in der Regel ein Dauerfilter und muss daher nicht gewechselt werden.

Ozongenerator

Der Einsatz von Ozon ist teilweise umstritten, da es in hoher Konzentration unsere Atemwege reizen kann. Das merken wir im Sommer, wenn viel Ozon in unserer Außenluft vorhanden ist und wir uns körperlich anstrengen. Daher sind die meisten Luftreiniger nicht mit einem Ozongenerator versehen. Ozon kann jedoch flüchtige organische Verbindungen neutralisieren und unangenehme Gerüche entfernen. Es ist ebenfalls wirksam gegen Viren, Pollen und Pilzbelastungen. Bei der Wahl eines Luftreinigers mit Ozongenerator sollte stets darauf geachtet werden, dass das produzierte Ozon im Gerät verbleibt und nicht in die Umgebungsluft ausströmt.

Ionisator oder Ionengenerator

Ionisatoren sind Luftreiniger, die wie eine Art Luftfilter arbeiten und Belastungen in der Luft wie Staub, Pollen, Tabakrauch und Schimmelsporen reduzieren. Zusätzlich erhöhen diese Geräte die Ionendichte in der Luft, welche dann das allgemeine Wohlbefinden verbessern sollen. Ein Ionisator wandelt dabei die positiv oder neutral geladenen Moleküle in negativ-Ionen um. Negativ-Ionen haben einen großen Einfluss auf die Sauerstoffverwertung und je mehr davon sich in unserer Atemluft befinden, desto frischer und sauberer ist sie.

Lüftwäscher – Luftreinigung durch Wasser

Luftwäscher arbeiten nicht mit einem Filterprinzip, sondern mit Wasser. Diese Geräte haben zunächst den Nachteil, dass sie im Gegensatz zu Luftreinigern nicht alle Belastungen aus der Luft entfernen können (nur bis zu 10 Mikrometer grobe Partikel). Ihr Vorteil ist jedoch, dass sie neben der Luftreinigung die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen erhöhen. Daher werden Luftwäscher auch gegen trockene Luft eingesetzt, speziell in den Wintermonaten, wenn die Luftfeuchtigkeit geringer ist.

Luftwäscher binden durch die erzeugten Wasserteilchen Partikel in der Luft und können dadurch sowohl die Luft befeuchten, als auch reinigen. Sie sind nicht zu verwechseln mit Luftbefeuchtern – diese Geräte geben einfach nur Luftfeuchtigkeit in die Raumluft ab, eine Reinigungsfunktion haben sie jedoch nicht.

Die Wartungskosten eines Luftwäschers sind geringer als beim Luftreiniger, da hier keine Filter getauscht werden müssen. Zu beachten ist bei diesem Gerät lediglich der Tausch des Wassers bzw. das regelmäßige Auffüllen des Wassertanks. Zusätzlich müssen je nach Modell noch Reinigungsmittel oder Entkalker hinzugegeben werden, damit Pilze und Bakterien fernbleiben.

Fazit zum Thema Funktionsweise von Luftreinigern

Luftreiniger sind aufgrund ihres ausgeklügelten Filtersystems hocheffektiv gegen diverse Belastungen und Schadstoffe in unserer Raumluft. Sind möglichst viele Filterarten im Luftreiniger verbaut, können diese Geräte nahezu alle belastenden Schadstoffe filtern und unsere Raumluft erheblich verbessern. Im Gegensatz zu Luftwäschern benötigen Luftreiniger zwar mehr Wartungsaufwand, im Ergebnis sind sie jedoch unschlagbar.